Zehn wichtige Fachbegriffe und Infos zum Thema Schulden

  • Hilfe bei Schulden

Wenn das Geld knapp wird, ist es wichtig, verschiedene Fachbegriffe zu kennen. Damit beschäftigt sich zwar niemand gern, schon gar nicht in einer Notlage. Aber sie helfen, den Weg aus der Schuldenfalle gehen zu können.

Ein Privathaushalt gilt als überschuldet, wenn das Einkommen nicht ausreicht, um die Lebenshaltungskosten und Rechnungen zu bezahlen. Hauptgründe sind Arbeitslosigkeit, Trennung, Scheidung, Krankheit oder Tod des Lebenspartners.

Verschuldet ist derjenige, der Schulden hat, diese aber vereinbarungsgemäß zurückzahlen kann. Sich zu verschulden, um zum Beispiel ein Haus zu kaufen oder ein Studium zu absolvieren, ist in unserem Wirtschaftssystem normal, gewollt und notwendig, damit private Haushalte angemessen gesellschaftlich teilhaben können.

Zahlungsunfähig ist jemand, der kein Geld hat, um konkrete Rechnungen zu bezahlen.

Die Verbraucherinsolvenz (auch Privatinsolvenz) ist ein rechtlich geregeltes Verfahren, um überschuldeten Privatpersonen einen finanziellen Neustart zu ermöglichen. Der Schuldner darf nur einen bestimmten Anteil seines Arbeitseinkommens behalten. Den Rest verteilt ein so genannter Treuhänder (Rechtsanwalt oder Notar) an die Gläubiger, also diejenigen, die noch Geld von der Person bekommen.

Der Pfändungsfreibetrag ist der Anteil des Arbeitseinkommens, den man behalten darf, wenn man eine Lohnpfändung oder Abtretung beim Arbeitgeber hat. Dies gilt auch bei einer Verbraucherinsolvenz

Während der so genannten "Wohlverhaltensperiode" muss der Schuldner den pfändbaren Teil seines Einkommens zahlen und hat dafür eine angemessene Erwerbstätigikeit auszuüben. Nach 6 Jahren wird er von der Restschuld befreit. Die Wohlverhaltensperiode kann auf 5 oder sogar 3 Jahre verkürzt werden, wenn die Verfahrenskosten beglichen oder die Insolvenzforderungen zu 35 Prozent bezahlt worden sind.

Die Schuldnerberatung hilft Menschen, die überschuldet oder von Überschuldung bedroht sind. Die Mitarbeitenden der Schuldnerberatungsstellen unterstützen dabei, die Schulden zu tilgen oder zu reduzieren und die Existenz zu sichern. Darüber hinaus beraten sie, wie die sozialen und psychischen Folgen der finanziellen Krise bewältigt werden können. Bei der Diakonie gibt es kostenlose Schuldnerberatung, andere Anbieter verlangen teils Gebühren.

Die Schuldnerberatung bei der Diakonie ist im Gegensatz zu manchem anderen Anbieter kostenlos. Wir lösen nicht nur das Problem der Überschuldung, sondern kümmern uns auch um den Menschen und seine Lebenssituation. Der Ratsuchende wird gestärkt und befähigt, sich zukünftig nicht mehr zu überschulden und seine persönlichen Probleme eigenständig und selbstverantwortlich zu lösen.

Die Mitarbeiter

  • informieren und beraten
  • unterstützen dabei, die Existenzgrundlage (Unterkunft, Essen, Kleidung) zu sichern
  • klären, ob die Ratsuchenden Anspruch auf Sozialleistungen haben
  • helfen den Menschen, ihre Rechtsansprüche durchzusetzen
  • beraten und unterstützen, um die psychosoziale Situation der Menschen zu verbessern
  • arbeiten mit den Betroffenen, um die individuellen Handlungskompetenzen und die persönliche Handlungsfähigkeit zu verbessern
  • versuchen, gemeinsam mit den überschuldeten Menschen zu klären, welche Gründe hinter den Schulden stecken und wie es zu der Überschuldung kommen konnte
  • unterstützen dabei, weitere Schulden zu vermeiden
  • überprüfen die Forderungen und verhandeln mit den Gläubigern
  • erarbeiten realistische Möglichkeiten, um die Schulden zu regulieren oder ganz abzubauen
  • unterstützen und begleiten im Verbraucherinsolvenzverfahren
  • vermitteln gegebenenfalls an weitere Fachdienste (Sucht-, Haftentlassenen-, Wohnungslosen-oder Familienberatung)

Je nach Beratungsstelle kann man sich persönlich oder telefonisch zu anmelden. Es folgt dann ein Erst- oder Vorgespräch. Hier wird gemeinsam geklärt, wie geholfen werden kann. Mitunter kann es zu Wartezeiten bei Terminen kommen. In dringenden Fällen gibt es aber eine Kurzberatung zur Krisenintervention. Schuldnerberatungen gibt es auch online; es wird jedoch die persönliche Beratung empfohlen.