Ratgeberthema

Demenzerkrankte und ihre Angehörigen

© epd/Joern Neumann

Demenzerkrankte leiden unter Störungen im Denkvermögen und Gedächtnis. Mit vielfältigen Beratungs- und Begegnungsangeboten, aber auch in der stationären und ambulanten Pflege, unterstützt die Diakonie Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Erfahren Sie im Folgenden, was die ersten Schritte nach der Diagnose sind und wie die Kommunikation mit Demenzerkrankten gelingt.

Erste Schritte nach der Demenzdiagnose

Was sind die Vorsorgevollmacht und die Betreuungsverfügung?

Was sollte ich bei der Erstellung einer Patientenverfügung und eines Testaments beachten?

Häufige Fragen

Im Laufe der Erkrankung verändert sich auch, wie sich Angehörige mit Demenzkranken unterhalten können. Hier erfahren Sie, wie Sie Demenz bemerken und worauf Sie bei der Kommunikation achten sollten.

Typische Anzeichen sind Vergesslichkeit im Alltag, Wortfindungsstörungen oder Orientierungslosigkeit. Bei manchen Erkrankten kommt es auch zu Persönlichkeitsveränderungen, sie sind plötzlich zum Beispiel aggressiver, ängstlicher oder harmoniebedürftiger als zuvor. Hinzu kommt häufig, dass Demenzerkrankte versuchen, die Krankheit zu verstecken. Das heißt, sie überlegen sich Ausreden oder vermeiden den Kontakt zu anderen so weit wie möglich. Sollten Sie die Vermutung haben, dass Ihre Angehörigen dement werden, ist es sinnvoll einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Diese können eine sicherere Diagnose stellen.

Es ist nicht leicht, mit Demenzkranken zu kommunizieren. Schließlich ist es ungewohnt, dass zuvor geschätzte Gesprächspartner plötzlich anfangen, Dinge ganz falsch zu erzählen oder sich innerhalb kürzester Zeit wiederholen. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie in solchen Situation nicht versuchen, Aussagen zu verbessern. Dafür brauchen Sie viel Geduld und Verständnis. Oft ist es eine gute Idee, dass Sie nicht auf die falschen Fakten eingehen, sondern die Emotionen aufgreifen, die die Demenzkranken mit einer Aussage ausdrücken. Wenn Ihre Mutter Ihnen zum Abschied  sagt: "Schwesterherz, warum lässt du mich immer alleine?", dann ist es unnötig, dass Sie ihr erklären, nicht die Schwester zu sein. Viel eher könnten Sie sagen: "Fühlst du dich manchmal einsam?" Lassen Sie sich auf ein Gespräch mit den Demenzkranken ein – mit all den inhaltlichen Fehlern, die es möglicherweise beinhaltet.

Es kommt tatsächlich häufig vor, dass Menschen im Zuge ihrer Erkrankung zu Aggressivität neigen. Teilweise kann das aus Frust geschehen, weil sie die Welt nicht mehr verstehen, es können aber auch alte Konflikte wieder aufkommen. Wenn der Demenzkranke gewalttätig wird, sollten Sie sich natürlich erst einmal selbst in Sicherheit bringen. Um Agressivität zu vermindern brauchen Sie viel Einfühlsamkeit. Versuchen Sie zu verstehen, wie anstrengend und verwirrend es ist, wenn vieles, was man erlebt, zu kompliziert wird. Wenn Sie sich dieser Hilflosigkeit von Demenzkranken bewusst sind, hilft das auch, Verständnis zu haben und so Frust zu vermindern. Sie sollten reflektieren, was der Auslöser für die Aggression gewesen sein könnte. So können Sie sich in Zukunft vielleicht anders verhalten. Das ist viel Arbeit und deshalb sollten Sie sich darauf achten, auch immer wieder Auszeiten nehmen und Hilfe von außen zulassen. 

Hilfe vor Ort



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