12 häufige Fragen und Antworten zur Kinderreha

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Ist die Kinderreha tatsächlich kostenlos? Kann ich als Elternteil dann auch gleich eine Kur mitmachen? Hier beantworten wir Ihnen häufig gestellte Fragen zur Vorbereitung einer Kinder- und Jugendrehabilitation.

Patienten und Patientinnen in der Kinderreha haben körperliche Krankheiten oder psychische Auffälligkeiten, die chronisch sind oder werden können und dadurch das alltägliche Leben einschränken. Dazu gehören:

  • Atemwegserkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Psychosomatische und psychische Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)
  • Entwicklungsstörungen, Sprachstörungen
  • Adipositas
  • Diabetes
  • Neurologische Krankheiten
  • Krankheiten des Bewegungsapparates
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Grundlage ist eine ärztliche Empfehlung. Einen Antrag stellen die Eltern oder Sorgeberechtigten bei der Rentenversicherung oder der Krankenkasse und legen den ärztlichen Bericht bei. Mit der Bewilligung des Antrags wird dem Patienten oder der Patientin eine Klink empfohlen. Finden Sie hier mehr Informationen zu den Kinderreha-Antragsformularen.

Die Zuweisung zu einer Klinik erfolgt durch den Rehabilitationsträger, also meistens die Rentenversicherung. Aber es gibt das Wunsch- und Wahlrecht nach § 8 SGB IX. Dort heißt es, dass den "berechtigten Wünschen" der Leistungsberechtigten zu entsprechen ist. Die Kinder und ihre Eltern haben also das gute Recht, Wünsche zu äußern. Sie müssen jedoch begründen, warum eine bestimmte Klinik vorgezogen wird. Das kann das medizinische Angebot sein, die Tatsache, dass sie konfessionell ausgerichtet ist oder dass sie in der Nähe des Wohnorts liegt und leichter besucht werden kann.

Für Kinder und Jugendliche entstehen keine Kosten für Therapie, Unterkunft, Verpflegung und Anreise. Es bestehen keine Zuzahlungsregelungen. Wird eine Begleitperson bewilligt, werden auch für diese die Reisekosten, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in der Rehabilitationseinrichtung übernommen. Auch die Erstattung eines entstehenden Verdienstausfalls kann beantragt werden. Für Details sollten sich die Eltern im Vorfeld der Reha an den Kostenträger werden. Das ist meistens die Rentenversicherung oder Krankenkasse. Selbstverständlich stehen auch die diakonischen Beratungsstellen für Fragen bereit.

Das ist nur in den Fällen möglich, in denen auch ein Elternteil rehabedürftig ist und der Reha-Antrag genehmigt wurde. Meistens wird das aber nicht in derselben Klinik sein, denn die meisten Kliniken sind spezialisiert, beispielsweise als Kinderklinik, als neurologische oder psychosomatische Klinik.

Bei einer Mutter-Vater-Kind-Maßnahme steht die Mutter oder der Vater im Mittelpunkt. Bei der Kinder-Reha ist das Kind aufgrund einer Krankheit rehabilitationsbedürftig. Für die Mutter-Vater-Kind-Maßnahmen ist ausschließlich die Krankenkasse zuständig.

Noch gibt es kaum ambulante Angebote. Die Kinderreha ist fast immer stationär. In Zukunft wird es aber auch immer mehr ambulante Möglichkeiten geben, wie im Nachgefragt-Interview zur Kinderreha erläutert.

Die Dauer der Kinderreha ist unterschiedlich. Vier bis sechs Wochen sind üblich. Das hört sich lang an, ist aber sinnvoll, wenn man bedenkt, dass sich ein junger Mensch auch einleben, sich zurechtfinden und in die Gruppe integrieren muss. Zudem wird ein individueller Rehaplan erstellt.

Nein, die Kliniken für Kinderreha haben eigene Schulen. Die Schule ist ein wichtiges Element der Reha. Auf Schulprobleme wird besonders eingegangen.

Diese Frage stellen manchmal Eltern, die ihre zumeist älteren Kinder nicht mehr in die Kinderreha begleiten. Dann ist es mit der jeweiligen Klinik zu klären, ob und wann Besuche sinnvoll sind. Das Wochenende bietet sich an.

Es gibt keinen Zwang zur Kinderreha. Mit dem Kinderarzt sollte zusammen überlegt werden, ob eine Reha für die Gesundheit und die Teilhabe des Kindes sinnvoll ist. Für jede Reha ist die Motivation sehr wichtig. Reha ist nichts, was dem Kind auferlegt wird, sondern es ist eine Chance.

Redaktion: Diakonie/Ulrike Pape