Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst?

Der einzige echte Unterschied zwischen den beiden Diensten ist, dass sie aus unterschiedlichen Töpfen bezahlt werden: den BFD bezuschusst der Bund, das FSJ finanzieren teils die Bundesländer. Aber das kann dir ja egal sein. Denn ansonsten sind die Unterschiede nur ganz klein.

Beim FSJ kannst du für einen sozialen Dienst eingesetzt werden, aber auch in den Bereichen Kultur, Sport und Denkmalpflege. Beim BFD sind soziale Dienste, aber auch Verwaltungs-, Hausmeister- oder Fahrdienste möglich. Wenn es dir darum geht, die "Arbeit mit Menschen" auszuprobieren, findest du also bei beiden Freiwilligendiensten die passende Stelle. Im Arbeitsalltag wirst du keinen Unterschied merken, ob du nun FSJler/in oder BFDler/in bist. Und in jedem Fall hast du 25 Seminartage und 26 Tage Urlaub und bekommst Essen und einen Schlafplatz umsonst.

Das FSJ kannst du nach Ende der Schulpflicht machen, also ab ca. 16 bis 27 Jahre. Beim BFD geht’s ebenfalls nach Ende der Schulpflicht los, also ab ca. 16 Jahren. Es gibt aber kein Höchstalter. Das heißt: Im Moment kommt für dich beides infrage, aber wenn du jetzt doch gerade keine Zeit für einen Freiwilligendienst hast, kannst du den BFD auch später noch machen. Zum Beispiel, nachdem du erstmal ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt oder eine Familie gegründet hast. Ab 27 Jahren geht der BFD nämlich auch in Teilzeit! Aber Achtung: Du kannst die beiden Dienste nicht hintereinander machen und auch nicht beliebig oft wiederholen.

Beide Freiwilligendienste dauern normalerweise 12 Monate. Diese Zeit solltest du schon einplanen, um wirklich etwas davon zu haben und die Erfahrung voll auszukosten. Es sind aber Einsätze zwischen 6 und 24 Monaten möglich.

Bei beiden Freiwilligendiensten bekommst du ein Taschengeld von ungefähr 200 Euro im Monat. Je nach Einrichtung kann das auch etwas mehr oder weniger sein. Dazu kommt das Kindergeld (184 - 215 Euro, bis 26 Jahre). Kläre mit deinen Eltern ab, ob du kindergeldberechtigt bist. Außerdem gibt’s eine kostenlose Wohnmöglichkeit und Essen umsonst. Du bist kranken-, renten-, arbeitslosen-, unfall- und haftpflichtversichert - genau wie ein normaler Arbeitnehmer. Am Ende bekommst du ein Zeugnis, das einen Ehrenplatz in deiner Bewerbungsmappe verdient hat!

In den vergangenen Jahren haben sich mehr junge Leute für ein FSJ beworben als es freie Plätze gab (es gibt 40.000 FSJ-Stellen in Deutschland). Beim FSJ musst du also damit rechnen, dass es mit der Bewerbung vielleicht nicht gleich bei deiner Lieblingsstelle klappt. BFDler/innen werden dagegen  im Moment dringend gesucht: Es gibt 36.000 freie Stellen und noch nicht genug Bewerber. Beim BFD sind deine Chancen, einen Platz zu bekommen, also richtig gut.

Egal für welchen Freiwilligendienst du dich entscheidest - ob FSJ oder BFD, im Lebenslauf sehen beide gut aus. Bei beiden ist es möglich, dass du sie dir als Vorpraktikum für die Ausbildung oder dein Studium anrechnen lässt. Das müsstest du mit deiner Hochschule oder Ausbildungseinrichtung abklären. Achte vor allem darauf, dass die Einsatzstelle zu dir (und vielleicht zu deinen Zukunftsplänen) passt. Bevor du dich also zum Beispiel bei einem Wohlfahrtsverband wie der Diakonie in deinem Heimatort nach Freiwilligendiensten erkundigst, überlege dir, in welchem Bereich du arbeiten möchtest - einen Überblick gibt’s hier. Und dann fragst du nach freien FSJ- ODER BFD-Stellen in diesem Bereich.